Tauche ein in deine Kraft

Stell dir vor, du tauchst in einen weiten, stillen Ozean: zuerst nur an der Oberfläche, dann immer
tiefer. Genauso ist es mit der Suche nach der form-und namenlosen Energie in dir, jener reinen
„Shiva-Kraft“, die im Wurzelchakra ruht. Der Weg hinein ist zugleich ein Weg des Loslassens:
die Sinne werden leiser, das ständige Bedürfnis nach Außen löst sich langsam auf, und du
lernst, dich nach innen zu orientieren. Dieses Eintauchen gelingt nicht auf Anhieb, denn die
äußeren Sinne ziehen beständig an dir – wie eine Kraft, die dich an die Oberfläche zurückzieht.
Mit Geduld, täglicher Übung und dem Willen, diesen inneren Ozean zu erforschen, lässt sich
diese Widerstandskraft jedoch Schritt für Schritt überwinden.
Der erste Schlüssel ist der klare, feste Wille. Setze dir das handfeste Ziel, die Stille für
wenigstens einen Augenblick zu halten; übe dann, dieses Innehalten zu verlängern. Ein Yogi
nutzt seinen Willen wie ein inneres Ruder, um tiefer zu tauchen. Parallel dazu wirkt die Kraft des
Gebets. Ein aufrichtiges, präzises Gebet – an das Göttliche in dir oder über die Brücke des
Meisters – bündelt Energie und öffnet Räume in deinem Bewusstsein. Glaube an die
Erreichbarkeit dieses Zustands und formuliere klar, was du suchst: nicht aus Verzweiflung,
sondern aus einem starken Verlangen nach Verbindung. Unterschätze niemals die Wirkung des
Gebets; es ist ein praktisches Werkzeug, das Meister und Suchende gleichermaßen nutzen. Die
Gegenwart des Meisters beschleunigt den Zugang. Der Guru dient als Brücke: über ihn kannst
du deine Bitte, deinen energetischen „Müll“ oder deine Fragen übergeben. In seinem Feld wird
das Eintauchen leichter, weil seine Energie die inneren Blockaden schwächt. Nutze diese
Möglichkeit weise: frage viel über deine spirituelle Entwicklung, übergebe, was losgelassen
werden soll, und empfange Segen und Anleitung.
Seva – selbstloser Dienst – ist ein weiterer Weg, der dich innerlich formt und Hindernisse wie die
Arishadvargas (die sechs inneren Feinde) mildert. Wenn du Aufgaben mit Hingabe, ohne
Erwartung und in Demut ausführst, löst das Ego sich und Herzkräfte wie Liebe, Disziplin und
Mitgefühl wachsen. Wähle Tätigkeiten, die du gerne tust – „love what you do“ – denn Freude im
Tun macht Seva kraftvoll und nachhaltig. Der Meister kann dich lesen, dich führen und dir
passende Seva-Aufgaben zur Stärkung geben.
An Festtagen wie Mahashivaratri wirst du daran erinnert, diese “Shiva-Kraft” besonders zu
ehren, doch idealerweise praktizierst du diese innere Puja täglich. Fasten bedeutet hier nicht nur
Nahrungsverzicht, sondern ein Fasten von äußeren Einflüssen und ein Ausrichten auf innere
Reinheit.
Alles, was du brauchst, sind Liebe, Hingabe, Disziplin und der unerschütterliche Glaube an die
göttliche Kraft in dir und in deinen Meister. Schritt für Schritt, mit Geduld und Vertrauen, wirst du
die form-und namenlose Energie immer klarer wahrnehmen und dich tief mit der Quelle in dir
verbinden.

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